Wo Deals überhaupt entstehen — Community versus Preisvergleich
Deals kommen aus zwei sehr unterschiedlichen Quellen, und beide ergänzen sich. Deal-Communities wie mydealz leben davon, dass Nutzer selbst Angebote posten, die sie gerade entdeckt haben, und andere Nutzer sie in Kommentaren auf Echtheit, Versandkosten oder bekannte Haken prüfen. Das ist schnell und deckt auch kurzfristige Aktionen ab, hängt aber davon ab, dass gerade jemand das passende Angebot findet und teilt.
Preisvergleichsportale wie Idealo oder Geizhals arbeiten systematisch: Sie führen für ein bestimmtes Produkt die aktuellen Preise vieler Händler zusammen und zeigen, wer gerade am günstigsten ist. Wer ein konkretes Produkt sucht, kommt darüber meist schneller zum besten Preis als über das Durchstöbern einer Community.
Wann eine Community hilft
Beim offenen Stöbern nach Aktionen, ohne ein festes Produkt im Kopf zu haben — und wenn die Einschätzung anderer Käufer zu einem Angebot wichtig ist.
Wann ein Preisvergleich hilft
Sobald ein bestimmtes Produkt feststeht und der günstigste aktuell verfügbare Preis über mehrere Händler hinweg gesucht wird.
In der Praxis lassen sich beide Wege gut kombinieren: Eine Deal-Community liefert die Idee oder den Anstoß, ein Preisvergleich bestätigt anschließend, ob der Preis wirklich konkurrenzlos ist oder ob ein anderer Händler dasselbe Produkt schon länger günstiger anbietet.
Preisalarm einrichten — wie die automatische Benachrichtigung funktioniert
Ein Preisalarm nimmt einem das ständige Nachschauen ab. Auf Portalen wie Idealo oder Geizhals wird zu einem gespeicherten Produkt ein Wunschpreis hinterlegt; der Dienst prüft die Preise aller gelisteten Händler danach mehrmals täglich automatisch. Unterschreitet ein Händler den Wunschpreis, kommt eine E-Mail- oder Push-Benachrichtigung, oft mit direktem Link zum Angebot.
Ein realistischer Wunschpreis setzt voraus, dass vorher ein Blick auf die bisherige Preisentwicklung geworfen wurde — sonst wird ein Preis eingetragen, der nie erreicht wird, oder einer, der längst regulär verfügbar war. Genau das leistet der Preisverlauf im nächsten Abschnitt.
Preisverlauf prüfen — den echten Rabatt vom Streichpreis-Trick unterscheiden
Ein Preisverlaufs-Diagramm zeigt, was ein Produkt in den vergangenen Wochen und Monaten tatsächlich gekostet hat, statt nur den einen Moment der Werbeaktion. Geizhals zeigt diesen Verlauf direkt zu jedem gelisteten Produkt; für Amazon-Angebote übernimmt das ein spezialisiertes Tool wie camelcamelcamel diese Aufgabe.
Echter Rabatt
Der Aktionspreis liegt deutlich unter dem Preis, zu dem das Produkt über Wochen tatsächlich verkauft wurde — der Verlauf zeigt eine flache Linie, die kurz vor der Aktion nach unten ausschlägt.
Streichpreis-Trick
Der Preis wurde kurz vor der Aktion künstlich angehoben, um danach einen großen Rabatt darauf zu berechnen — im Verlauf ein Zacken kurz vor der Aktion nach oben, dann der „Rabatt" zurück auf das alte Niveau.
Wer einen Preisverlauf einmal geprüft hat, erkennt diesen Zacken auf den ersten Blick und lässt sich von einer großen Prozentzahl allein nicht mehr beeindrucken.
Fake-Rabatte und unseriöse Shops erkennen
Ein zweiter Fallstrick liegt nicht im Preis, sondern im Shop selbst. Warnzeichen für einen unseriösen Anbieter sind ein fehlendes oder unvollständiges Impressum, ausschließlich Vorkasse als Zahlungsmöglichkeit, Preise, die weit unter jedem Vergleichswert liegen, und Gütesiegel, die nur als Bilddatei eingebunden sind statt als Link zu einer echten Prüfstelle.
Der kostenlose Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen prüft eine eingegebene Shop-Adresse gegen eine Liste bereits gemeldeter unseriöser Anbieter und listet die typischen Warnzeichen zum Selbst-Nachprüfen auf.
Auch in Deal-Communities selbst hilft die Schwarmintelligenz: Bei einem geposteten Angebot lohnt sich ein Blick in die Kommentare, bevor gekauft wird — erfahrene Nutzer weisen dort oft schon auf einen zu neuen Shop, fehlende Bewertungen oder ungewöhnliche Versandbedingungen hin, lange bevor ein offizieller Fakeshop-Finder den Anbieter überhaupt erfasst hat.
Rückgaberecht beim Online-Kauf — was der Widerruf absichert und was nicht
Bei den meisten Online-Käufen gilt in Deutschland ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Erhalt der Ware, ohne dass dafür ein Grund genannt werden muss. Das schützt vor einem Fehlkauf bei einem seriösen Händler zuverlässig.
Gegenüber einem Fake-Shop hilft das Widerrufsrecht dagegen wenig: Wer ohnehin nicht liefert oder auf keine E-Mail reagiert, lässt sich auch von einem berechtigten Widerruf nicht beeindrucken. Deshalb bleibt die Prüfung des Shops vor dem Kauf der erste und wichtigere Schritt, das Widerrufsrecht der zweite.
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